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Ihr Kunde sucht Sie und findet ein Portal

Veröffentlicht · Stand · von Alvaro Moreno

Ein Mann steht vor dem Eingang eines kleinen Hotels und sucht auf seinem Telefon danach, waehrend der Wirt in der Tuer wartet

Seit dieser Woche stellt Google in Europa Vergleichsportale vor die Betriebe, die eine Leistung selbst anbieten. Google nennt das die größte Qualitätsverschlechterung in seiner 29-jährigen Geschichte. Sie haben nichts falsch gemacht und stehen trotzdem weiter unten. Die Frage ist jetzt, wie viele Ihrer Anfragen daran hängen.

Seit Anfang September ordnet Google die Suche im Europäischen Wirtschaftsraum neu. Wer nach Hotels, Flügen, Bahnreisen oder Produkten sucht, bekommt oben ein Vergleichsportal, darunter zwei weitere, und erst danach die Betriebe, um die es eigentlich geht.

Google selbst nennt das gegenüber Reuters die größte Verschlechterung der Dienstqualität in seiner 29-jährigen Geschichte, nachzulesen in der Meldung von Reuters bei RTÉ.

Wie es dazu kam

Nicht durch eine Produktentscheidung. Ende Juli hat die EU-Kommission 890 Millionen Euro Strafe verhängt, davon 460 Millionen dafür, dass Google die eigenen Dienste in der Rangfolge bevorzugt hatte. Die Auflage lautet, allen dieselben Bedingungen zu geben.

Das Ergebnis ist, dass Expedia und Booking weiter oben stehen. Der Betrieb, der das Zimmer tatsächlich vermietet, erscheint darunter mit Link, Telefonnummer und Adresse.

Warum das mehr ist als eine Frage der Reisebranche

Weil das Muster nicht an der Branche hängt.

Zwischen Sie und einen Menschen, der Sie sucht, kann jederzeit jemand gestellt werden. Nicht weil Sie etwas falsch gemacht haben, nicht weil ein Wettbewerber besser war, sondern weil zwei große Häuser einen Streit ausgetragen haben, in dem Sie nicht vorkamen.

Und der Zwischenhändler, der jetzt oben steht, verlangt für den Kontakt zu Ihrem eigenen Kunden eine Provision.

Der nächste Vermittler steht schon bereit. Nach der ARD/ZDF-Medienstudie 2026 nutzen 59 Prozent der Menschen ab 14 Jahren in Deutschland KI-Werkzeuge zumindest gelegentlich, bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 92 Prozent. Wer dort fragt, bekommt keine Trefferliste mehr, sondern eine Antwort, und ob Ihr Betrieb darin vorkommt, entscheiden ebenfalls andere. Auch bei Google selbst steht über dem ersten Treffer immer öfter eine solche Zusammenfassung, siehe Was steht bei Google über uns, bevor jemand auf unsere Seite klickt?. Dass man sich in diese Antworten inzwischen auch einkaufen kann, steht in Soll ich jetzt in ChatGPT werben?. Und ob Google überhaupt die einzige Suchmaschine bleibt, auf die es ankommt, steht in Bleibt Google die einzige Suche, in der wir gefunden werden müssen?.

Immerhin begegnen 54 Prozent den Ergebnissen mit Skepsis. Wer nachprüft, landet am Ende doch auf einer Seite, und die hat dann nur noch zu bestätigen, dass er richtig ist. Wie so eine Seite für einen Betrieb ohne eigene Webseite entsteht, zum Festpreis und in drei Tagen, steht bei OctoPages unter Website erstellen lassen.

Was das mit Ihren Anfragen macht

Für eine frühere Anpassung hat Google angegeben, dass bestimmte Buchungen um dreißig Prozent zurückgingen. Ob es bei Ihnen so kommt, weiß niemand, auch Google nicht. Die Umstellung ist noch nicht überall gleich weit.

Die richtige Reaktion ist deshalb nicht Empörung, sondern Nachsehen.

Was Sie diese Woche tun können

Nehmen Sie die letzten fünfzig Anfragen und ordnen Sie jede einer Herkunft zu. Suche, Empfehlung, Bestandskunde, Messe, Anruf. Wenn Sie das nicht können, ist genau das schon das Ergebnis, und alles Weitere bleibt Theorie.

Können Sie es, zählen Sie zwei Zahlen. Erstens den Anteil, der über die Suche kam. Zweitens den Anteil dieser Leute, die Sie auch ohne Suche wieder erreichen könnten, weil Sie ihre Adresse haben und sie Ihnen erlaubt haben, sie zu benutzen.

Die zweite Zahl ist Ihr Spielraum. Bei den meisten fällt sie kleiner aus als erwartet.

Was daraus folgt

Nicht, die Suche aufzugeben. Sie bringt weiterhin Leute, und welche Plattform zu welcher Lage des Kunden passt, steht in Google, Meta oder LinkedIn: Welche Werbeplattform passt zu welchem Betrieb?.

Sondern dafür zu sorgen, dass jemand, der einmal über die Suche zu Ihnen gefunden hat, beim zweiten Mal nicht wieder darauf angewiesen ist. Eine Adresse, eine Einwilligung, ein Grund, sich zu melden. Wo diese Adresse mit Herkunft und Einwilligung liegt, zeigt Lead-Generierung in Octoserv. Das ist unspektakulär, und es ist der einzige Teil dieser Geschichte, über den Sie selbst entscheiden.

Häufige Fragen

Was hat Google in Europa geändert?

Bei Suchen nach Hotels, Flügen, Bahnreisen und Produkten stehen Vergleichsportale jetzt weiter oben. Der Anbieter selbst erscheint darunter mit Link, Telefonnummer und Adresse.

Warum macht Google das?

Wegen einer Auflage aus dem Gesetz über digitale Märkte. Ende Juli verhängte die EU-Kommission 890 Millionen Euro Strafe, davon 460 Millionen für die Bevorzugung eigener Dienste in der Rangfolge.

Betrifft mich das, wenn ich keine Hotels vermiete?

Nicht unmittelbar. Das Muster gilt aber überall: Zwischen Sie und einen suchenden Menschen kann jederzeit ein Portal gestellt werden, das für den Kontakt eine Provision verlangt.

Wie stark gehen die Anfragen zurück?

Das weiß niemand vorher. Für eine frühere Anpassung nannte Google einen Rückgang bestimmter Buchungen um dreißig Prozent. Die Umstellung ist noch nicht überall gleich weit fortgeschritten.

Was kann ich konkret dagegen tun?

Zählen Sie an fünfzig Anfragen, wie viele über die Suche kamen und wie viele dieser Menschen Sie auch ohne Suche wieder erreichen könnten. Die zweite Zahl ist Ihr Spielraum.

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